Ich hatte schon länger einen normalen PC mit meinem Fernseher verbunden. Dabei habe ich MythTV unter SuSE Linux verwendet und mittels selbst gebastelten IR-Empfänger und LIRC mit meiner Fernbedienung gesteuert. Das System habe ich für DivX-Videos, DVDs, MP3s, Photoalbum, etc. verwendet doch nun sollte mal eine neues flüsterleises und vor allem optisch ansprechendes Gerät her, das besser ins Wohnzimmer passt.
Deswegen bin ich auf den XC Cube AV EA64 von AOpen gestoßen. Nachdem der bei Test ganz gut abgeschnitten hatte habe ich mir den bestellt.
Windows XP und Home Theater
Er wurde mit InterVideo Home-Theater für Windows ausgeliefert, deswegen habe ich Windows mal wieder eine Chance gegeben. Naja, das Ergebnis war ernüchternd. Die Bedienung ist so scheiße, bei der Verzögerung nach jedem Tastendruck bräuchte man ein Viertel Stunde um drei Lieder auszuwählen. Ich verstehe nicht wie man sowas verkaufen kann!? Der Wechsel zwischen zwei Modulen wie von Video nach MP3 dauert auch ewig. Das Programm erweitern mit eigenen Modulen oder Modulen aus dem Internet wie es bei MythTV möglich ist, kann man sowieso vergessen.
InstantOn
Es gab aber noch eine kleine CD mit einer Software namens "InstantOn". Es handelt sich dabei um eine kleine Linux-Version die so abgespeckt ist, dass sie in die erste Partition mit 100MB installiert wird und trotzdem alle Multimedia Optionen bietet. Das beste ist aber, dass es innerhalb von 5 Sekunden bootet. Das musste ich natürlich gleich ausprobieren. Das ganze hatte natürlich auch einen Hacken. Es funktioniert nämlich nur mit der Onboard Grafikkarte (und wahrscheinlich mit der AOpen AddOn Karte die ich nicht habe). Meine Matrox G550 die ich für TV-Out verwende geht damit natürlich nicht.
Linux ist GPL also muss es für InstantOn auch Sourcen geben. Pustekuchen, AOpen scheint auf die Lizenz zu pfeifen und bietete keinerlei Informationen geschweige den Sourcen darüber. Im Gegenteil, die Installation verwendet irgendeine unbekannte Partitions-ID um zu verbergen, dass es eine ganz normale Linux Partition mit ext2 Dateisystem ist.
Ein "mount -t ext2 /dev/hda1 /mnt" mountet das ganze natürlich trotzdem und ich habe mich darin mal umgesehen. Nur eine minimales Start Script zum schnellen Booten, ein 2.4er Kernel und nur ganz wenige Kernel-Module die für die Hardware notwendig sind. Die propritären Anwendungen sind zum Teil sogar noch gestrippt und enthalten also keine Symbolinformationen mehr.
Eigenes Linux
Kurz um: MythTV muss wieder her!
Das abgespeckte Linux hat mich trotzdem fasziniert. Ich habe erst mal ein SuSE Linux als Basis drauf installiert und angefangen ein eigenes Mini-Linux from Scratch aufzusetzen. Das wollte ich immer schon mal machen und jetzt hatte ich den Grund dazu ;-) Das ganze soll natürlich auf einem modernen 2.6er Kernel aufsetzen, da der MultiMedia mäßig einige Vorteile bietet...
Das ganze ist naürlich noch nicht fertig, aber in den folgenden Kapiteln werde ich die Informationen zu diesem Projekt dokumentieren - sofern ich Zeit habe natürlich ;-). Also hin und wieder mal vorbei schauen loht sich.
Interessante Features
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